Archive for Oktober 2010

PFERDEGESTÜTZTE PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG

1. Oktober 2010

Ein pädagogisches Konzept zur Unterstützung der Entwicklung von Disziplin, sozialen Kompetenzen und Führungsqualitäten junger Menschen



Einleitung

Ca.80% aller Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren fühlen sich von Pferden nahezu magisch angezogen; sie wollen nicht nur reiten lernen sondern ein eigenes Pferd haben um es zu lieben, zu pflegen, mit ihm zu leben. Das ist weder eine Modeerscheinung noch Zufall. Die Mädchen suchen sich hier ein Lernfeld für ihre Persönlichkeitsentwicklung.

Wir wissen, dass jedes Lebewesen über ein vom genetischen Code gesteuertes Entwicklungsprogramm verfügt und die Kinder ein deutliches Gespühr dafür haben, was sie wo lernen können. So trainieren gesunde Säuglinge zwischen dem achten und zehnten Monat ohne jede Anregung von aussen das Krabbeln; von ganz alleine interessieren sich Kinder zwischen 5 und 7 Jahren plötzlich für Zahlen und Buchstaben, unabhängig davon ob und wann sie eingeschult werden. Maria Montessori, eine anerkannte Reformpädagogin, spricht hier von „sensiblen Phasen“, in denen die Kinder eben diese Themen mit spielerischer Leichtigkeit aufnehmen und verarbeiten können.

Grundüberlegungen

Die Kinder zwischen dem 10. und 15. Lebensjahr befinden sich im zweiten Gestaltwandel, der, neben der Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale, mit einem starken Längenwachstumsschub einhergeht. Daher ist die Muskulatur besonders im Rumpfbereich schwach bis insufizient, die Bewegungen wirken häufig ungelenk und schlacksig, die Kinder neigen dazu sich hängen zu lassen und innere Organe wie Herz und Lunge haben häufig verhältnismässig wenig Raum und Kondition, um die so schnell wachsenden Körperteile zu versorgen.

Wir kennen es alle sehr gut, das Bild des mit rundem Rücken vor dem Computer oder Fernseher hängendem Heranwachsenden, der sich mit den Eltern streitet, keine Lust mehr auf Schule hat und mit sich selbst nicht so recht weiss wohin, denn nicht nur körperlich bereiten sich die Mädchen auf die biologische Mutterrolle vor sondern auch auf der psychologischen Ebene geht es um diese Aufgabe. Sie suchen nach der eigenen Identität und nach ihrer Rolle in der Gesellschaft. Freundschaftliche Beziehungen reifen in dieser Zeit auf besondere Weise und das moralische Urteilsvermögen bildet sich aus. Die Mädchen entwickeln ein soziales Verantwortungsbewusstsein und sind oft gerne bereit sich sozial zu engagieren. Für schulische Wissensbereiche haben sie nur noch wenig Interesse – dafür aber ein starkes Bedürfnis nach praktischer Tätigkeit. Sie wollen sich aus der Familie herauslösen, eigene Werte entwickeln, sich ihre eigene Welt schaffen. Für all diese Themen bietet die schule kein Unterrichtsfach – dabei sind es sehr

wichtige Lernschritte für Beruf, Familie und ein Leben in der sozialen Gemeinschaft.

Für die Aufgabe in Familie, Beruf und der sozialen Gemeinschaft brauchen wir

soziale Kompetenzen wie:

  • kommunikative Fähigkeiten (Stimme, Melodie, Körperhaltung)
  • realistische Selbsteinschätzung/Selbstsicherheit (erkennen der eigenen Stärken und Schwächen/finden der Identität
  • Einfühlungsvermögen/Beobachtungsgabe
  • Durchsetzungsvermögen (Zielstrebigkeit, geistige Flexibilität, Geduld)
  • soziales Verantwortungsbewusstsein
  • moralisches Urteilsvermögen
  • Selbstkontrolle (Umgang mit eigenen Emotionen und Hebung der Frustationstolleranzgrenze)
  • Disziplin

Und für höhere Berufszweige Führungsqualitäten wie:

  • Verantwortungsbewusstsein
  • Konsequenz
  • Fähigkeit zu vorausschauendem Handeln
  • Autorität
  • Fähigkeit zur Diplomatie

Für diese Themen sind die Kinder zwischen 10 und 15 Jahren reif. Ich möchte für dieses Lernfeld das Medium Pferd einsetzen.


Warum das Pferd?

Das Pferd bietet sehr gute Voraussetzungen, um die Mädchen in genau dieser sensiblen Phase abzuholen:

  • Angenommen werdenPferde haben die Fähigkeit, jeden Menschen bedingungslos anzunehmen und zu lieben. Diese Zuneigung bekommen Kinder eigentlich von ihren Eltern, in der pubertären Ablösungsphase ist sie allerdings häufig nur schwer zu geben oder auch für die Kinder von den Eltern nur schwer anzunehmen, dabei ist es eine grundlegende Voraussetzung für die Kinder, um ihre angelegten Fähigkeiten optimal zu entfalten.
  • Eigene Grenzen spürenDie Kraft und Grösse eines Pferdes flösst Respekt ein. Es braucht je nach Persönlichkeit mehr oder weniger Mut, sich dem Tier zu nähern oder sich auf seinen Rücken zu setzen. Gleichzeitig lassen der grossflächige Körperkontakt und der wiegende Rhythmus seinen Reiter ein nahezu embryonales Getragenwerden erfahren oder im Galopp über die Wiese ein unbändiges Gefühl der Freiheit und Leichtigkeit erleben.
  • Zugang zu eigener GefühlsweltIm engen Kontakt mit den Pferden entdecken die Jugendlichen einen unmittelbaren Zugang zu ihrer eigenen Gefühlswelt und gewinnen dadurch an Stärke und Kreativität. Allein die körperliche Präsenz eines Pferdes bringt uns nämlich dazu, Respekt, Wachsamkeit und Einfühlungsvermögen zu zeigen. Es erweckt in uns Vertrauen, Gegenwärtigkeit und Selbstbewusstsein.“ (Aus „Pferde als Heiler“)
  • Einblick in soziale SystemeDurch das Pferd als Herdentier, das sowohl soziales Verhalten in der Gruppe kennt als auch fähig ist, persönliche Zweierbeziehungen einzugehen, lernen wir im Umgang viel über soziales Verhalten, Dominanz und konsequentes Handeln.
  • Mutterrolle/FührungsqualitätenDas Pferd muss versorgt, umsorgt, geliebt werden. Die Mädchen können hier in eine Mutterrolle schlüpfen, Vertrauen geben, vorausschauendes und konsequentes Verhalten üben und stolz sein auf sich und ihr Pferd. Sie trainieren ihr Einfühlungsvermögen und wenn eine Übung trotzdem misslingt, müssen sie lernen, die Verantwortung dafür zu übernehmen, müssen genau alle Faktoren überdenken, Geduld aufbringen und möglicherweise einen neuen Weg suchen, denn im Umgang mit dem Partner Pferd, der eine ganz andere Sprache spricht als sie selbst und viel grösser und stärker ist, sind die Kinder trotzdem herausgefordert, eine Führungsrolle zu übernehmen. Dafür müssen sie eine natürliche Autorität entwickeln, die nichts mit Machtausübung zu tun hat, da das Fluchttier Pferd sich nicht mit Druck beherrschen lässt sondern nur mit Selbstsicherheit und der Fähigkeit, für seinen eigenen Raum einzustehen und gleichzeitig dem Gegenüber Achtung und Liebe entgegen zu bringen.Denn die Fähigkeit für seinen Raum einzustehen gilt unter Pferden als Gradmesser für Stärke und macht daher das Leittier aus. Jedes Pferd – egal, wie hoch sein Rang in der Herde ist -, schliesst sich gerne einer starken Führungsperson an, lässt sich gerne an schwierige Aufgaben heranführen, wenn es sich nur sicher genug ist, dass seine Bezugsperson stark genug ist und ihm Achtung, Geduld und Liebe entgegen bringt.
  • Körperliche EbeneGanz nenenbei trainieren die Mädchen die aufrichtende Rückenmuskulatur, denn eine aufrechte Haltung ist sowohl bei der Arbeit am Boden mit dem Pferd notwendig, um ihre dominante Führungsrolle zu behaupten, als auch beim Reiten erforderlich, um Gewichtshilfen einsetzen zu können. Auch die häufig so schlaffe Bauchmuskulatur, deutlich zu sehen am sogenannten „Hohlkreuz“, wird beim Reiten aktiviert und trainiert, da der Schwung eines jeden Trabschrittes über die Bauchmuskulatur abgefedert werden muss. Gleichzeitig wirkt das Reiten kräfigend auf die Beckenbodenmuskulatur. Der Gleichgewichtssinn und das Rhythmusgefühl werden geschult und die Jugendlichen verbringen viele Stunden an der frischen Luft, was die Entwicklung von Herz und Lunge unterstützt und die Entspannungsfähigkeit fördert.
  • Spiegelarbeit/Pubertäre KrisenphasenDie pubertäre Phase bringt die Jugendlichen immer wieder in psychologische Krisenphasen. Das Pferd kann hier nicht nur Freund und Beschützer sein sondern auf besondere Weise aufschlussreiche Hilfestellung leisten, da es seinen Gegenüber gnadenlos spiegelt. So ist es möglich, über die sogenannte „Spiegelarbeit“ mit den Mädchen ins Gespräch zu kommen und ihnen Hilfestellungen anzubieten. (Dazu siehe auch „Wie Pferde ihre Menschen spiegeln“) Hier verschwimmen die Grenzen zwischen Pädagogik und Therapie, dies ist durch die Konzentration und Intimität der Einzelreitstunde möglich.

Was Reitschüler bei mir erwartet

Nach meiner Erfahrung ist es sinnvoll, zunächst in Einzelreitstunden zu arbeiten, um volle Konzentration auf das Duo Pferd – Mensch zu haben und situationsabhängig reagieren zu können. Meine Reitschüler begegnen dem Pferd zunächst immer am Boden, auf gleicher Augenhöhe, um die Pferdesprache, die hauptsächlich aus Gestik und Mimik besteht, sehen und verstehen zu lernen.

Mir ist es sehr wichtig, das Pferd als Persönlichkeit wahrzunehmen und eine kommunikative Beziehung zwischen Mensch und Pferd herzustellen. Alle versorgenden Tätigkeiten rund um das Pferd fließen von Anbeginn mit ein. Für eine gute Gleichgewichtsentwicklung und ein Einfühlen in den Rhythmus lernen alle Reiter zuerst ohne Sattel, sich tragen zu lassen und sich zu entspannen. Auf einem Geländespielplatz können natürliche Hindernisse wie Graben, Hügel, Brücke etc. gefahrlos ausprobiert werden. Schon sehr früh nehme ich meine Reitschüler auf einem Handpferd mit ins Gelände und mit wachsender Fähigkeit übernehmen sie dann nach und nach selbst die Führung über das Pferd. Die Reitschüler sollen lernen, stets ein waches Auge auf die Signale, die das Pferd uns gibt, zu haben, ihre Stimme und Körperhaltung für das Pferd verständlich im Dialog zu nutzen und mit Geduld und Vorausschau für seinen eigenen Raum einzustehen und gleichzeitig dem Pferd Achtung und Liebe entgegen zu bringen.

Zu meiner Person

Anja Allerheiligen, Jahrgang 65. Ich selbst habe eine „Reitmädchenkarriere“ hinter mir, habe mit 13 Jahren angefangen zu reiten und schon mit 14 die Verantwortung für die Versorgung der eigenen Ponies übernommen. 1985-88 habe ich in einem konventionellen Reitstall gearbeitet und dann, mit dem ziel therapeutisches Reiten, eine Ausbildung zur Physiotherapeutin mit Staatsexamen 1991 abgeschlossen. Ich habe dann als Physiotherapeutin mit den Schwerpunkten Pädiatrie (Kinder und Jugendliche) und Neurologie gearbeitet. Privat habe ich weiterhin Pferde gehalten und bin intensiv geritten. 2001 bin ich Mutter einer Tochter geworden. Seit 2003 gebe ich Einzelreitunterricht in einer Signalreitweise, die viele Elemente der leichten Reitweise nach Bruns/Behr und Ralf Becher sowie Teile der Westernreitweise beinhaltet. Am Boden arbeite ich die Pferde in Anlehnung an Linda Tellington-Jones, und auch einzelne Elemente der Lehre von Monti Roberts fließen ein. Im Frühjahr 2009 habe ich eine berufsbegleitende Fortbildung zum heilpädagogischen Reiten bei dem Verein Babayaga beginnen.

Literaturhinweise für weiter Interessierte:

Pferde als Heiler von A. und M. D. Mc. Cormick

Wie Pferde ihre Menschen spiegeln von C. Lind und K. Müller

Pferde Träume von A. Schörmle

Reiten mit FS von Ursula Bruns

Reiten aus der Körpermitte von Sally Swift

Das Wissen der Pferde von Monti Roberts

Shy Boy von Monti Roberts

Die Linda Tellington-Jones Reitschule von Linda Tellington-Jones

Der Weg mit Pferden – ein Weg zu mir von Susanne E. Schwaiger

Erlebnispädagogik mit Pferden von Mandy Hibbeler

Kontakt:

Anja Allerheiligen,

Pretzierer Str.25,

29410 Groß Chüden,

03901-3059924

 

 

 

 

Advertisements

Sarahfee

1. Oktober 2010

Einsame Cowboys, stille Indianer, Feen auf geflügelten Pferden, reitende Gnome, Trolle, Prinzessinnen und Waldelfen; zu Pferde kämpfende Ritter, auf dem Pferd turnende Akrobaten, oder Dompteure, die mit Peitschenknall die Pferdebeine fliegen lassen…

Pferdetraumbilder, die wir alle in uns tragen. Sie sind kraftvolle Begleiter durch das Leben, denn sie verraten uns etwas über unsere Stärken, Schwächen und Sehnsüchte. Ihnen zu folgen bedeutet uns selbst näher zu kommen. Sie ein Stück weit zu leben gibt uns Kraft und Selbstbewußtsein. Bei Sarahfee wollen wir diesen Träumen nachspüren und versuchen eines jeden Traumes so nahe wie möglich zu kommen. Dafür lade ich die Kinder ein, meine drei Pferde, Filou, April und Mr. Mo kennenzulernen und werde sie so viel über die Pferdesprache lehren, das sie in Kommunikation treten können und mit einem Pferd ihr Traumbild zu erleben.

Wir werden uns verkleiden, passende musikalische Stimmungen suchen, kleine Szenen proben, oder Kunststücke üben. Am Ende soll es eine Art Zirkusvorstellung geben, in der jeder sein Traumbild in Szene setzt…, und wer weiss, vielleicht wird sogar eine Geschichte daraus. Auf alle Fälle wird sich das Zuschauen lohnen, denn ich glaube auch beim Zuschauen werden die Menschen ihrem Traumbild ein Stückchen näher kommen.

Ferienfreizeit im Sommer 2012 (21-26.8)  mit Kindern von 8-12 Jahren

Ich möchte junge Menschen unterstützen in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit, möchte ihre sozialen Kompetenzen wie kommunikative Fähigkeiten, realistische Selbsteinschätzung / Selbstsicherheit, Einfühlungsvermögen / Beobachtungsgabe, Durchsetzungsvermögen, soziales Verantwortungsbewustsein, Selbstkontrolle, Disziplin stärken.

Führungsqualitäten wie Verantwortungsbewustsein, Konsequenz, Fähigkeit zum Vorrausschauenden Handeln, Autorität und Fähigkeit zur Diplomatie werden angebahnt. Und natürlich sollen sie viel Spaß an frischer Luft haben.

Mit der Methode der „pferdegestützten Persönlichkeitsentwicklung“ werden mit den Kindern soziale Kompetenzen und Führungsqualitäten erarbeitet, die sie für ihre Aufgaben in Familie, Beruf und der sozialen Gemeinschaft brauchen.

Kontakt, Infos und Anmeldung:

Anja Allerheiligen 03901-3059924